Globalino
Mantel passt schlecht zum Inhalt
Von Renate DaumAnleger müssen sich bis Ende 2019 binden
Cuti sitzt im Anlageausschuss des Geschlossenen Fonds, er wirbt derzeit auf Vortragsveranstaltungen dafür. Ziel ist es, 20 Millionen Euro Eigenkapital einzusammeln. Ab 2000 Euro ist eine Beteiligung möglich. Bei globalino passt der Mantel aber nicht recht zum Inhalt. Im Verkaufsprospekt sind einige Haken zu finden. Anleger müssen sich sehr lange, bis Ende 2019, binden. Eine organisierte Handelsmöglichkeit für Fondsanteile ist nicht vorgesehen.
Selbst wenn es Zeichnern gelingt, einen Interessenten für ihren Anteil zu finden, müssen sie vor einer Übertragung ihres Anteils zuvor die Komplementärin des Fonds um Zustimmung bitten und starre Termine einhalten. Die lange Bindungsfrist begründet Peter Borst, Geschäftsführer der Fondsanbieterin APG damit, dass zwar die einzelnen Transaktionen häufig über einen sehr kurzen Zeitraum erfolgten, die Handelsprogramme selbst aber langfristig ausgerichtig und "relativ unbeweglich" seien.
globalino investiert in Finanzanlagen wie Contracts for Difference (CFDs), die heftigen Schwankungen ausgesetzt sein können. Die maximale Höhe eines möglichen Verlusts aus einer eingegangenen Position lässt sich im Vorhinein nicht bestimmen und kann über die geleisteten Sicherheiten hinausgehen. APG-Geschäftsführer Borst verweist auf den Dachfondsansatz bei globalino und erwähnt, dass das Produkt zur Portfoliobeimischung gedacht sei.
Die Gebühren sind üppig
Berichte sind nur halbjährlich geplant, in diesem Zeitraum kann viel passieren, den Anlegern sind aber weitgehend die Hände gebunden. Die beauftragte Vermögensverwalterin unterliegt dagegen ausgesprochen wenigen Beschränkungen. Sie darf die Rückvergütung von Gebühren verlangen. Die Folge schildert der Verkaufsprospekt deutlich: Es bestehe die Gefahr, dass für Handelsentscheidungen nicht ausschließlich die Interessen des Fonds entscheidend sind, sondern "die Vermögensverwalterin zwecks Erzielung höherer Gebührenrückvergütungen ein Interesse daran hat, eine Vielzahl von Transaktionen durchzuführen." Mehr Transaktionen als nötig bedeuten höhere Kosten für die Anleger als nötig. Zudem darf die Beteiligungsgesellschaft ihr ganzes Vermögen in einen einzelnen Vermögensgegenstand investieren.
Der Vermögensverwalterin und der Beteiligungsgesellschaft werden daher sehr große Handlungsspielräume eingeräumt, den Anlegern aber sehr, sehr wenige. Darüber hinaus sind die Kosten hoch. Für Marketing und Vertrieb allein sind bei globalino 17,3 Prozent des eingesammelten Eigenkapitals vorgesehen. Die Komplementärin bekommt eine stolze laufende Vergütung von 4,25 Prozent pro Jahr. Die Fondsanbieterin räumt ein, dass "die Gebühren im oberen Quartil des Marktumfelds" liegen. Im Verhältnis zu den Ertragszielen lägen sie jedoch im mittleren Bereich. Andere Anbieter in diesem Bereich haben sich für Zertifikate entschieden, eine vergleichsweise günstigere Alternative. Die Gebühren sind dort in der Regel geringer, sie sind oft an einer Börse gelistet und damit täglich handelbar.
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