Immobase AG
Neuling fiel unangenehm auf
Von Renate DaumIhre Namensgenussrechte will Immobase aus Duisburg nun auch öffentlich anbieten. Bislang offerierte die AG Genussrechtsbeteiligungen nur an einen begrenzten Investorenkreis. Auf der Website wirbt sie mit neun Prozent Grunddividende plus 15 Prozent Überschussbeteiligung pro Jahr. Anleger müssen dem jungen Unternehmen aber sehr hohes Vertrauen entgegenbringen.
Immobase hat sich auf die Modernisierung und Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern spezialisiert. Die Gesellschaft zählt sich zu den Firmen „mit Erfahrung und Fachkompetenz“. Sie wurde aber erst im Oktober 2009 ins Handelsregister eingetragen. Zu bisherigen Erfahrungen äußerte sie sich bis Redaktionsschluss nicht.
Vorstand ist auch für Telefonmarketingfirma verantwortlich
Andere Fragen wurden ebenfalls nicht beantwortet, etwa zu Berichten über Werbeanrufe ohne vorherige Einwilligung der Betroffenen – Cold Calls sind verboten. Immobase-Vorstand Elke Boehnke müsste mit grundsätzlichen Vorschriften rund um Telefonwerbung vertraut sein: Sie ist als Geschäftsführerin der NMS Newmedia Solutions GmbH eingetragen, die unter anderem Telefonmarketing zum Gegenstand und die gleiche Adresse wie Immobase hat.
Bei Genussrechten haben Unternehmen einen großen Gestaltungsspielraum. Deshalb müssen sich Anleger mit den Besonderheiten in jedem konkreten Fall auseinandersetzen. Das genaue Studium des Verkaufsprospekts ist unerlässlich. Die nicht öffentlich angebotenen Genussrechte hatte Immobase als Mezzanine-Kapital angekündigt, das ist eine Form von Risikokapital bei der Finanzierung von Unternehmen. Die Finanzierung junger Unternehmen ist sehr risikoreich. Viele neu gegründete Gesellschaften scheitern, selbst wenn erfahrene Venture-Capital-Investoren hinter ihnen stehen.
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