Proinkasso GmbH
Vor Inkassobriefen wird gewarnt
Von Renate DaumSelbst notorische Gewinnspielverweigerer erhalten zurzeit Mahnschreiben einer Proinkasso GmbH aus Neu-Isenburg. Sie will offene Forderungen im Auftrag von Tipp House eintreiben. Zu zahlen seien 138,61 Euro innerhalb von sieben Tagen, heißt es in Schreiben, die der Verbraucherzentrale Thüringen vorliegen. Wer der Aufforderung nicht folge, müsse mit Mahnbescheiden, Zwangsvollstreckung, Pfändung der Bezüge und Bankguthaben und Eintragung in Schuldnerverzeichnisse rechnen.
Etliche Bürger, die sich bei der Verbraucherzentrale gemeldet hätten, hätten aber nie mit Tipp-House zu tun gehabt. Dirk Weinsheimer von der Verbraucherzentrale Thüríngen rät, sich nicht einschüchtern zu lassen: „Leisten Sie keinerlei Zahlung, wenn keine Anspruchsgrundlage besteht und kein Nachweis der Forderung seitens des Inkassobüros erbracht werden kann.“ Das gelte auch für die im Inkassoschreiben vorgeschlagene Ratenzahlungsvereinbarung. „Mit einer solchen Vereinbarung würde die Forderung anerkannt und man verliert die Möglichkeit sie zu bestreiten“, sagt der Verbraucherschützer.
Proinkasso ist kein Einzelfall
Mit angeblichen Forderungen einer Proinkasso GmbH schlagen sich Bürger seit etlichen Monaten herum. Im Herbst 2009 hatte etwa die bayerische Polizei eine Mahnschreiben-Welle an Bürger in Niederbayern beobachtet. Damals trat Proinkasso im Auftrag einer Firma CC Profi auf. Ein Vertrag sollte per Telefon für ein Gewinnspiel zustande gekommen sein.
Proinkasso ist kein Einzelfall. Aufgefallen mit Mahnschreiben in großem Stil ist unter anderem auch eine Deutsche Inkassostelle aus Eschborn.
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