Treueprämien
Treue lohnt sich nicht immer
Von Renate DaumEinen Treuebonus für Aktionäre bietet Trades Inside aus Reading in Großbritannien. Wenn Anleger in einem bestimmten Zeitraum für mindestens 3000 Euro von Trades Inside empfohlene Aktien kaufen, bietet das Unternehmen ihnen pro Haltedauer von drei Monaten 2,5 Prozent Treueprämie, bei einem Jahr also zehn Prozent des eingesetzten Geldes – unabhängig von der tatsächlichen Kursentwicklung.
Anleger berichten, dass sie ohne vorherige Einwilligung angerufen und ihnen Aktien des Explorationsunternehmens DubOil ans Herz gelegt wurden. Das ist in Deutschland verboten. „Es handelt sich hierbei um keine Cold Calls“, betont dagegen Franz Hermann, Pressesprecher von Trades Inside auf Nachfrage. Trades Inside werbe keine Neukunden an, sondern nutze ausschließlich bestehende Kundenkontakte.
Prämie würde Verluste durch Kursabsturz nicht wettmachen
Die DubOil-Aktie wurde erst am 25. März 2010 in den Handel im wenig regulierten Open Market (Freiverkehr) der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen. Der Kurs ist in dieser Zeit von 2,50 Euro auf 3,58 Euro gestiegen. Doch der Aufwärtstrend kann schnell zu Ende sein. Denn über das Unternehmen ist sehr wenig bekannt. Es hat sich auf die Erkundung und Wiederbelegung stillgelegter Ölquellen in den USA spezialisiert. Wie erfolgreich es damit sein wird, lässt sich schwer abschätzen. Unternehmenszahlen würden im Januar 2011 veröffentlicht, kündigt Trades Inside an. DubOil selbst reagierte nicht auf eine Bitte nach Informationen. Fest steht: Einen möglichen Kursabsturz macht auch eine Treueprämie nicht wett.
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