Phoenix Kapitaldienst GmbH
Die ganz große Luftnummer
Von Nadine Oberhuber1977 - 2005
Keiner weiß, wie viele Jahre die dunklen Geschäfte noch weitergelaufen wären, wenn es nicht diesen Unfall gegeben hätte. Kurz vor Ostern 2004 stürzte Dieter Breitkreuz, Chef und Gründer der Phoenix Kapitaldienst GmbH, mit seinem Privatflugzeug ab. Keine große, pompöse Maschine, sondern ein kleines „Piper“-Propellerflugzeug, das Breitkreuz gern selber steuerte.
Am helllichten Tag kam der Flieger ins Trudeln und stürzte auf einem Schweizer Golfplatz zu Boden. Es riss Breitkreuz und den Großteil seiner Familie mit in den Tod. Das war der Anfang vom Ende der Firma Phoenix. Sie ging als größte betrügerische Insolvenz der Nachkriegsgeschichte in die Bücher ein. Es geht dabei nicht nur um sehr viel Geld, sondern auch um außergewöhnlich dreiste Methoden und ein geschicktes Netz aus Täuschungen und Tarnungen.
Bis heute reiben sich die Ermittler in diesem Kriminalfall die Augen. Weil sie nicht glauben können, wie das möglich war. Weil sie nicht verstehen, wie jahrelang niemand diesen Schwindel hat bemerken können. Denn der Fall Phoenix war eine ganz große Luftnummer.
Die einzigen realen Werte, um die es in der Firma ging, waren die eingesammelten Anlegergelder. Rund 800 Millionen Euro hatten Breitkreuz und seine 20 Mitarbeiter den etwa 30.000 Anlegern entlockt. Die waren auf Konten der Wertpapierhandelsbank Phoenix Kapitaldienst geflossen, die angeblich damit handelte und so das Geld vermehrte. Ein Gesamtvermögen von über einer Milliarde Euro wies die Bank am Ende inklusive der fiktiven Gewinne auf. Was jedoch kaum jemand wusste, bevor Breitkreuz starb: Wirkliche Geschäfte oder Trades gab es bei Phoenix seit Jahren nicht mehr.
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