John Law - Mississippi-Kompagnie
Glücksspieler im Goldrausch
Von Sabine Gusbeth*1671 +1729
Um ihn ranken sich viele Mythen. Er gilt als Frauenheld, reichster Mann der Welt, als Spieler – sogar als Erfinder des Papiergelds. Zumindest Letzteres dürfte er sich jedoch in Amsterdam abgeschaut haben. Denn die Bank von Amsterdam gibt 1661 erstmals Banknoten aus, die durch Geldeinlagen oder Grundbesitz gedeckt waren. Dieses Modell fasziniert ihn. Sein Name: John Law.
John Law wird am 1671 Edinburgh in eine Bankiers- und Goldschmied-Familie geboren. Schon früh interessiert er sich für das Bankiersgeschäft. Mit 17 Jahren erbt er von seinem Vater ein beträchtliches Vermögen und sucht in London sein Glück. Bald macht er sich einen Namen: als Frauenheld und berühmt-berüchtigter Zocker. Durch seine Vorkenntnisse im Geldwesen, seine Kenntnis von Studien der Wahrscheinlichkeitsrechnung und seine Fähigkeiten als blitzschneller Kopfrechner soll er seine Gewinnchancen jeweils sehr genau errechnet haben. Dennoch verzockt er das Erbe seines Vaters.
Mit 25 Jahren muss er aus London fliehen, wegen einer Frau. Er duelliert sich um die Angebetete, sein Duellgegner stirbt. Law wird zum Tode verurteilt, doch ihm gelingt die Flucht von der Insel auf den Kontinent, nach Amsterdam. Dort studiert er das Finanzsystem der Bank von Amsterdam.
Später geht er zurück nach Schottland, um dort die Idee einer Bank umzusetzen, die Papiergeld ausgibt, das durch Edelmetall oder Landbesitz gedeckt ist. Die Ausgabe von Banknoten werde die Wirtschaft stimulieren und den Wohlstand steigern, erklärt er. Doch er kann das Parlament nicht von seinem Konzept überzeugen. Als sich 1707 die bis dato eigenständigen Parlamente von Schottland und England vereinen, kehrt Law erneut auf den Kontinent zurück. Denn in England gilt er noch immer als gesuchter Mörder.
© 2008 boerse-online.de, © Bild: Oliver Schuck









Diesen Artikel bookmarken bei...