Silberspekulanten
Jagd nach dem Schatz im Silbermarkt
Von Sabine GusbethNelson Bunker Hunt *1926
William Herbert Hunt *1929
Lamar Hunt *1932 +2006
Nelson Bunker Hunt ist besessen von der Idee, so viel Silber aufzukaufen, dass er den Silberpreis selbst kontrollieren kann. Er träumt von einem Währungssystem, das weder Regierungen noch Kommunisten manipulieren können. Er misstraut Papiergeld zutiefst. Er fürchtet dessen Wertverlust. Also kauft er Silber, unvorstellbare Mengen an Silber.
Am 22. Februar 1926 wird Nelson Bunker als zweiter Sohn des amerikanischen Öl-Milliardärs Haroldson Lafayette Hunt in El Dorado (Arkansas) geboren. Mit Gewinnen aus seinen Pokerspielen hatte Vater Hunt ein Öl-Imperium aufgebaut und seine Familie innerhalb weniger Jahre zu einer der wohlhabendsten Clans in den Staaten gemacht. 15 Kinder von drei Frauen – auf dieses Weise versucht H.L. Hunt seine „Genie-Gene“, die er nach eigener Überzeugung besitzt, für nachfolgende Generation zu erhalten.
Aller Genie-Gene zum Trotz hält Vater Hunt seine Sohn Bunker für einen Nichtsnutz. Dieser versenkt beim Versuch Öl zu finden, mehr als eine Viertelmilliarde Dollar. Sein Vater prahlt, er finde mehr Öl mit einer einfachen Landkarte, als sein Sohn mit einer ganzen Mannschaft Geologen. In Libyen stösst Bunker in den Sechzigern schließlich doch auf Öl. Plötzlich ist der ungeliebte Sohn – zumindest auf dem Papier – einer der reichsten Männer der Welt.
Trotzdem reist er auf Geschäftsreisen meist in der Economy Class, er fährt in einen alten Cadillac. Obwohl er jeden Tag geschäftlich Millionen investiert, verliert, gewinnt und wieder investiert, sucht er in Sesseln und im Sofa fieberhaft nach verlorenem Kleingeld. Er trinkt nicht, er raucht nicht. Er liebt die Familien-Ranch in Texas. Und dort am meisten die Küche. Sein Lieblingsessen sind Cheeseburger und Kuchen, dazu Schokoladenmilch und vor allem Eis. Angeblich wiegt er über 360 Kilo.
© 2008 boerse-online.de, © Bild: Oliver Schuck









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