EECH
Brotlose Kunst
Kunst ist in erster Linie etwas für Liebhaber, die nicht immer so auf die Rendite schielen. Für Kapitalmarktprodukte aus diesem Bereich gilt das aber nicht. Die Besitzer der ersten Kunstanleihe Deutschlands müssen sich nun aber in Geduld üben. Die im Januar fälligen Zinsen wurden nicht ausgezahlt.
Die börsennotierte EECH Group AG, die Konzernmutter der Anleiheemittentin, begründete die Verzögerung in einer Ad-hoc-Mitteilung mit einer „Restrukturierungsphase“. Davon sei „auch die kurz- und mittelfristige Liquiditätsplanung betroffen“. Spätestens im Februar sollen die Zinsen aber vollständig gezahlt werden.
Die Kunstanleihe ist nicht das erste Anlageprodukt aus dem EECH-Konzern, das von Verspätungen betroffen ist. Bislang waren jedoch nur Papiere aus dem Bereich erneuerbare Energien betroffen. Für diesen Geschäftszweig war die Tochter EECH Energy Consult Holding zuständig, von der sich der Konzern Ende 2007 getrennt hat. In einem Anlegerprozess kam ans Licht, dass diese Tochter Gelder vertragswidrig in großem Stil für Kunstwerke ausgegeben hatte statt für erneuerbare Energien.
Eine Reihe von Anlegern hat Klagen eingereicht. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Der Konzern hat bis heute keine Zahlen für das Geschäftsjahr 2006 vorgelegt. Schon die Bilanz für das Jahr 2005 hatte zu denken gegeben. Weitere schlechte Nachrichten sind zu erwarten.
EECH steht auf der Grauen Liste von BÖRSE ONLINE. Das Magazin hat vor zwei neuen Kapitalanlageangeboten gewarnt, einem Genussrecht der EECH GmbH & Co. Solar Invest KG zum Thema Solarenergie und einem Genussrecht der EECH-Immobiliensparte DIGH zu Immobilien in der Türkei.
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