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11:50, 13.12.07


Markus Frick

Börsenbäcker durch neue Klage unter Druck

Von Börse Online


Ein erster Anleger, der mit Frick-Empfehlungen Geld verloren hat, versucht jetzt, sein Geld per Gericht zurückzuholen. Dabei haben seine Anwälte neue, bisher unbekannte Verbindungen entdeckt.


„Außergerichtlich haben wir bislang keine Einigung erzielen können“, sagt János C. Morlin von der Kanzlei Rotter Rechtsanwälte aus Grünwald. Sie hat jetzt für einen Anleger unter dem Aktenzeichen 7 O 295/07 eine erste umfassende Schadensersatzklage vor dem Landgericht Heidelberg eingereicht. „In den nächsten Wochen werden weitere Klagen folgen“, kündigt Anwalt Morlin an. Insgesamt vertritt seine Kanzlei derzeit bereits mehr als 300 Frick-Geschädigte. Die Schadensersatzklage richtet sich gegen Frick persönlich und zwei Firmen aus seinem Dunstkreis. Auch bei der Kanzlei Nieding + Barth haben sich bereits 20 Anleger gemeldet, allerdings hat die Kanzlei noch keine Klagen eingereicht.

Nach Auffassung der Kanzlei Rotter hat Markus Frick, der durch seine E-Mail-Hotline, durch Seminare und durch Fernsehsendungen das Anlageverhalten zahlreicher Anleger beeinflusst, in pflichtwidriger Weise Empfehlungen für die Aktienwerte Russoil, Star Energy und Stargold Mines abgegeben. Dabei habe Frick bei seinen Anlageempfehlungen wesentliche, für die Anlageentscheidung der Abonnenten bedeutsame Umstände verschwiegen. Er habe die Unternehmen nicht den Tatsachen entsprechend dargestellt, obwohl in den allgemeinen Geschäftsbedingungen seiner E-Mail Hotline versichert werde, dass „alle übermittelten Informationen auf der Sachkenntnis, der sorgfältigen und gewissenhaften Recherche der Autoren“ beruhen. So habe er unter anderem nicht offenbar, dass es sich bei den drei Unternehmen um erst kurz zuvor umfirmierte, de facto wertlose Börsenmäntel handelt, so der in der Klageschrift erhobene Vorwurf.

Hat Frick per Zufall wertlose Aktien empfohlen oder wusste er, was er tat? Die Verfasser der Klage in dem Heidelberger Verfahren sind von letzterem überzeugt. Und in der Klageschrift, die BÖRSE ONLINE vorliegt, werden weitere, bislang nicht bekannte Zusammenhänge zwischen Frick und den Verantwortlichen der von ihm empfohlenen Firmen Star Energy & Co. offenbar. Danach sind die Beziehungen zwischen Markus Frick und den bei den drei von ihm empfohlenen Firmen sehr viel enger als bisher bekannt. Das lässt aus Sicht der Klägeranwälte den Eindruck entstehen, das Frick sehr wohl wusste, welche Werte er tatsächlich empfahl. Bis zum Redaktionsschluss erhielten wir jedoch auf einen umfangreichen Katalog von 15 Fragen an Markus Frick leider nur auf eine Frage eine Reaktion.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ bekam Frick nach seiner Erinnerung im September 2006 in seinem Büro Besuch von den Herren Igor Lipovetsky und Myron Gushlag. Dabei wurde ihm auch das Unternehmen Star Energy vorgestellt. Kurz darauf tauchte das Unternehmen in Fricks Seminaren und Börsenbriefen auf. Frick gibt laut Darstellung des Spiegels zu, dass es auf seinen Seminaren „von Unternehmen bezahlte Werbefenster“ gebe. Für Firmen, die er empfehle, gebe es zugleich „Möglichkeiten zur Eigenpräsentation, ohne zu zahlen“. Dies habe für Star Energy ebenso wie für Russoil und Stargold Mines gegolten. Dieser Sachverhalt sei freilich gegenüber den Abonnenten des Mail-Börsenbriefs nicht offen gelegt worden.

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