Swiss Financial Partners
Werbebotschaften vom Liquidator
Von Börse OnlineAnfang Februar bekamen die Anleger des Schweizer Vermögensverwalters Swiss Financial Partners AG (SFP) Post von den Liquidatoren des Unternehmens. SFP hat gegen Vorgaben der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) verstoßen und enorme Schulden aufgetürmt. Der Schweizer Bankenaufsicht blieb nur die Auflösung der SFP. Dem Schreiben der Liquidatoren lag eine Offerte der OFL-Vermögensverwaltungs AG bei, in dem diese anbot, die Anleger als neue Kunden bei sich aufzunehmen.
Die Praxis, sich an den Brief des Liquidators anzuhängen, bezeichnet der Anwalt Patrick Elixmann von der Kanzlei Göddecke aus Siegburg als „äußerst fragwürdig“. Dies verstoße schließlich gegen das Wettbewerbsrecht. Die Bankenkommission sieht diesen Sachverhalt ganz anders. Diese Praxis sei in der Schweiz durchaus üblich. Dennoch schritt die Aufsichtsbehörde ein, denn die OFL habe fälschlicherweise den Eindruck erweckt, dass sie von der EBK beauftragt worden sei. Seitdem findet sich die Vermögensverwaltungsgesellschaft aus St. Gallen, samt ihrer Tochter aus Montreux auf einer Negativliste der Bankenkommission. Wie das Schreiben der OFL zu den Liquidatoren kam, ist noch unklar, die Kanzlei der Liquidatoren gab bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme dazu ab.
Warum gerade die OFL die Nachfolge der SFP antreten wollte, liegt nach Angaben von Anlegeranwalt Elixmann in der Person Guido Gilardonis begründet. Der Schweizer hat die SFP gegründet und saß bis Mitte Februar auch im Vorstand der OFL. Elixmann ist Gilardoni aus dessen Tätigkeit MWB Vermögensverwaltungs AG bekannt. „Vermittler der Firma waren ohne aufsichtsrechtliche Erlaubnis in Deutschland und der Schweiz auf Kundenfang gegangen“, sagt der Anwalt. Seine Kanzlei verklagte die MWB mehrfach auf Schadensersatz und gewann. Giladoni kehrte der Gesellschaft Mitte 2003 den Rücken, um ein knappes halbes Jahr später die SFP zu gründen. Als die MWB Die OFL wiederum ist eine Tochter der in Deutschland börsennotierten Four Gates AG aus Dresden, die bis zum 21. Januar dieses Jahres als OFL-Anlagen Leasing AG firmierte. Über die Zusammenarbeit mit Gilardoni und die Arbeit ihrer Schweizer Tochter befragt, gab die Four Gates AG keine Stellungnahme ab.
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