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Trends des Jahres 2006




Hochzinsanleihen und Genussrechte
Abzocker haben mit vermeintlich konservativen Anlageformen wie Anleihen und Genussscheinen Geld eingeworben. Die Niedrigzinsphase hat einem Boom der besonderen Art den Boden bereitet: on einer „massiven Zunahme unseriöser Angebote auf dem Sektor der Unternehmensanleihen“ spricht Volker Pietsch, Vorstand des Deutschen Instituts für Anlegerschutz Dias), das eine Warnliste herausgegeben hat (www.dias-ev.de). Bei den oft heftig beworbenen Anleihen und Genussrechten sind die Investoren voll auf die Rückzahlungsfähigkeit der Emittenten angewiesen. Doch deren Bonität lässt häug zu wünschen übrig. Ratings als Anhaltspunkt für Kreditwürdigkeit gibt es meist nicht. Die Papiere sind gewöhnlich schwer veräußerbar. Für sicherheitsorientierte Anleger sind sie nicht geeignet.

Aggressiv vermarktete Aktien

Kaum macht die Börse mit Kursgewinnen Schlagzeilen, wittern Anbieter außerbörslicher Aktien gute Geschäfte. Angeblich sollen die Papiere von Unternehmen mit oftmals abenteuerlichen Geschäftsideen irgendwann an der Börse eingeführt werden. Nur wenige schaffen das tatsächlich. „Finger weg!” heißt es beim Deutschen Aktieninstitut dazu. Faktisch drohe ein Totalverlust. Auch in wenig regulierten Börsensegmenten wie dem Entry Standard oder dem Open Market drohen Gefahren. Der Betreiber des Anlageschutzarchivs (www.anlageschutzarchiv.de) Christoph Öfele wäre „nicht überrascht, wenn sich einige Unternehmen als schwarze Schafe erweisen würden“.

Gefährliche Angebote per E-Mail

Michail Chodorkowskij

© dpa
Michail Chodorkowskij

In phantasievollerem Gewand als früher wurde die unter Nigeria-Connection bekannte Masche weiter geführt. Nicht nur Reiche aus Afrika, sondern auch Prominente der deren Mitarbeiter baten angeblich um Mithilfe bei Geldtransaktionen, etwa die Witwe von PLO-Chef Yassir Arafat oder der russische Ex-Ölmagnat Michail Chodorkowskij. Den Angeschriebenen wurden saftige Provisionen versprochen. Vorher müssten sie ur einige Auslagen vorstrecken – die sie natürlich nie wieder sahen.

Phishing-Angriffe auf das Bankkonto

© dpa

Mit gefälschten E-Mails wurde in massiven Attacken versucht, per Computer Zugriff auf Bankkonten der Bürger zu bekommen. Betrüger überuteten E-Mail-Postfächer mit gefälschten Banknachrichten, um Kontozugangsdaten abzuschen und damit das Geld der Kunden abzuräumen. Zuletzt schwappte die Phishing-Welle um die Weihnachtsfeiertage durchs Netz. Auch Computerprogramme mit Spionagefunktionen oder so genannte Entführungsprogramme setzen die Abzocker ein. Weitere Bürger wurden als Finanzagenten angeworben, um bei der Wäsche des ergaunerten Geldes über die eigenen Konten mitzuhelfen. Die Kriminalpolizei warnte davor, da es strafbar ist. 2006 ist mit einem weiteren Anstieg der Fälle zu rechnen. Den Anwendern hilft nur, Anti-Virenprogramme einzusetzen und auf Warnmeldungen zu hören.

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