Abzockmethoden
Hochverzinsliche Unternehmensanleihen
Kein Kursrisiko! Traumzinsen im Vergleich zum Sparbuch! Solche Sprüche locken Anleger vor allem in Phasen, wenn die Aktiennotierungen in den Keller gerauscht sind und die Zinsen niedrig sind. Auf diese Weise werden Inhaberteilschuldverschreibungen, also Anleihen, mancher Unternehmen angepriesen. Verschwiegen wird dabei, dass nur deswegen kein Kursrisiko besteht, weil die Papiere nirgends gehandelt werden. Wer vor der ersten Kündigungsmöglichkeit aussteigen will, hat meist keine Chance.
Mit der vermeintlichen Sicherheit, die der Name Anleihe gepaart mit einem festen Zinsversprechen suggeriert, ist es ebenfalls meist nicht weit her. Wer ein solches Papier kauft, gibt dem ausgebendem Unternehmen einen Kredit. Er oder sie muss darauf vertrauen, dass die Gesellschaft genug Geld hat, die Zinsen zu bedienen und am Laufzeitende den Darlehensbetrag zurückzuzahlen. Banken prüfen nicht ohne Grund die Bilanzen potenzieller Kreditnehmer. Aber welcher Kleinanleger kann solche Zahlenwerke gut genut lesen und interpretieren? In der Regel gibt es bei solchen Angeboten auch keine Einschätzung einer Ratingagentur. Daher verweisen manche Unternehmen auf ihre Punktzahl bei einem Dienst wie Creditreform. Das ist aber keineswegs ein Ersatz für ein Rating.
Oft verweist das Unternehmen auf Sachwerte wie Immobilien, die Sicherheit böten. Das ist aber nicht selten ein Trugbild, wie die Zusammenbrüche der Immobiliengesellschaften Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West, DM Beteiligungen und First Real Estate in den vergangenen Jahren zeigen.
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