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Serie: "Kaleidoskop der Abzockmethoden"



16:19, 13.11.07


Abzockmethoden

Unseriöse Übernahmeangebote



Immer wieder unterbreiten Geschäftemacher Anlegern Übernahmeangebote für Aktien. Die Depotbanken leiten im Bundesanzeiger publizierten Übernahmeofferten an alle Kunden, die die betreffende Aktie im Bestand haben, weiter. Hierdurch wird der Anschein eines offiziellen Angebotes erweckt. Sie bemerken nicht, dass ihnen ein Kurs unter dem aktuellen Börsenkurs geboten wird. In einer Variante erhalten Anteilseigner kein Bargeld, sondern Aktien einer anderen Gesellschaft. Gerne ist das bei Papieren der Fall, die einen Kurssturz hinter sich haben.

Der Abzocker bietet nun Aktien einer meist nur im Telefonhandel notierten Gesellschaft für diese Papiere. Da die Kurse der offerierten Anteilscheine zuvor meist künstlich in die Höhe getrieben wurden, ist der Schwindler gerne bereit, auch mal 50 Prozent mehr als den eigentlichen Gegenwert zu zahlen. Er bekommt dafür die sehr liquiden Aktien und macht diese sofort an der Börse zu barer Münze.

Die Opfer hingegen erhalten statt ihrer rege gehandelten Aktie nur sehr illiquide und überteuerte Anteile. Das böse Erwachen kommt meist erst, wenn sie ihre Wertpapiere verkaufen wollen. Dann bricht nämlich der Kurs bereits bei kleinem Angebot um 30, 40 oder gar 50 Prozent ein. Teilweise findet sich auch gar kein Käufer für die angedienten Aktien. Gutgläubige Investoren sitzen dann auf einem Pack wertlosem Papier.

Ein dritter Trick funktioniert nach einem vergleichbaren Prinzip. Anlegern wird gratis ein Optionsschein - also das Recht, eine Aktie innerhalb einer bestimmten Frist, zu einem vorher festgelegten Kurs zu beziehen - gewährt. Nun sorgt der Graumarkthai dafür, dass der Kurs im Telefonhandel in die Höhe geht und den Basispreis übersteigt. Für das Opfer scheint es lukrativ die Aktie nun zu beziehen. Was er aber nicht weiß: Die erworbenen Anteile sind auch hier so gut wie nicht handelbar und der Kurs wird beim geringsten Angebot deutlich in die Knie gehen. Erhalten auch Sie derartige Offerten, gilt es, kühlen Kopf bewahren und in aller Ruhe folgende Fragen zu beantworten

1. Liegt der angebotene Preis unter dem aktuellen Börsenkurs? 2. Werden Aktien einer unbekannten Gesellschaft angeboten? 3. Wird das angebotene Papier nur außerbörslich oder im Telefonhandel notiert? 4. Steckt ein in der Szene bekannter Gauner hinter dem Angebot?

Sollten Sie eine der vier Fragen mit "Ja" beantworten ist es ratsam das Angebot abzulehnen. Denn für einen Apfel und ein Ei brauchen Sie ihre liquide gehandelten Aktien nicht einem Graumarkthai in den Rachen schieben.

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