Come Back des Jahres
Von wegen Betongold
Ein Rückkehr im großen Stil ist es noch nicht, aber hier und da sind überteuerte Immobilien schon wieder im Angebot. In der ersten Jahreshälfte setzte sich der Häuser- und Wohnungsboom in vielen Ländern fort. Deutschland zog nicht so recht mit, aber genau deswegen redeten Experten vom Nachholbedarf hier zu Lande. Auf zur Schnäppchenjagd also. Das bot Eignern mäßig attraktiver Wohnanlagen endlich die Chance, ihre Beton- und Ziegelklötze loszuwerden, zum Beispiel in Berlin, mit Vorliebe an Käufer in Hamburg oder München. Die wissen in der Regel nicht, dass in der angebotenen Anlage nicht viel Hauptstadtflair zu spüren ist. Ein Faible für Immobilien entwickelten aber auch andete, sogar Ulrich Engler, Möchtegern-„Investment Banker des Jahres“ von Private Commercial Office in Florida. Er hatte zuvor hohe Renditen mit Daytrading versprochen. Ein ganz, ganz sicheres und ganz, ganz lukratives Immoinvestment in den USA dacte er sich aus: US Land Banking. Leider konnte er den Boom nicht bis zum Ende auskosten, denn die Polizei begann ihn mit internationalem Haftbefehl zu suchen. Macht die Hypothekenkrise in den USA dem Betongoldboom nicht den Garaus? Ach woher, schließlich beschert sie eine wahre Flut an weiteren Schnäppchen, zwar eher in heruntergekommenen Vierteln in Detroit als in Münchens Maximilianstraße. Aber wenn die Bude zu weit weg ist, um sie vor dem Kauf zu besichtigen, ist das ja nur gut für die Vermittler und Eigentümer. Wer sich partout keine Schrottimmobilie zulegt, kann immerhin sein eigenes Häuschen aufs Spiel setzen oder sich auf ein riskantes Modell zur Immobilienfinanzierung einlassen. Unsere Prognose: Der Schrottimmo-Markt hat auch 2008 noch Potenzial.
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